Hilfe in schwierigen Zeiten

Bei Eintritt eines Sterbefalls zu Hause:
Verlusterfahrungen gehören zum Leben. Der endgültige Abschied von einem Menschen kann jedoch für Trauernde eine emotionale Talfahrt bedeuten. Viele Menschen scheuen sich leider, Hilfe anzunehmen. Wenn Gespräche und Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis nicht ausreichen, ist es empfehlenswert, eine professionelle Trauerbegleitung in Anspruch zu nehmen. Oft hilft bereits die Erkenntnis: Ich bin mit meinen Gefühlen nicht allein – anderen Hinterbliebenen geht es ähnlich.
Die Akzeptanz der Trauer ist ein wichtiger Schritt. Ob Einzeltherapie, Seelsorge oder Selbsthilfegruppe: Das Angebot für Trauerhilfe ist vielseitig. Gern vermitteln wir Kontakte.

Und schauen Sie bitte auch in die Liste unserer Buchtipps zur Trauerbewältigung.

Kindertrauer verstehen

Kinder haben ein Recht auf ihre Trauer und sollten dafür ihren Raum erhalten. Die Intensität der Gefühle hängt stark von ihrem Alter ab, ihrer Persönlichkeit und der Beziehung zu dem Verstorbenen. Oft ist es hilfreich, Heranwachsende in die Organisation des Abschieds einzubinden. Individuelle Rituale und tröstliche Gesten können hier sehr heilsam sein.

Unsere Tipps im Überblick

1.  Bleiben Sie ehrlich
Klare Worte helfen, um Unsicherheiten oder sogar Ängste zu vermeiden. Sätze wie „Oma macht einen langen Schlaf“ können zu Verwirrungen führen. Sprechen Sie mit ihren Kindern darüber, dass jedes Leben endlich ist. Und falls es Fragen gibt, bei denen Ihnen die Worte fehlen: Kein Problem – Sie müssen nicht auf alles eine Antwort haben.

2. Akzeptieren Sie Gefühle
Trauer leben und Trauer vorleben: Junge Menschen brauchen Geborgenheit. Sie sollten erfahren, dass Trauer zum Leben dazu gehört – insbesondere bei einem Sterbefall. Verleugnen Sie nicht Ihre eigenen Gefühle. Trost entsteht durch Nähe und Zeit zum Zuhören.
Trauer verläuft auch bei jungen Menschen in Wellen und kann sich durch Veränderungen im Verhalten zeigen.

3.  Entwickeln Sie Rituale
Gemeinsame Riten, wie z. B. das Anzünden einer Kerze, ein gemaltes Bild oder Fotos anschauen, können hilfreich sein. Basteln Sie eine Erinnerungskiste und gehen Sie gemeinsam zum Grab, um Blümchen zu pflanzen. Motivieren Sie Ihre Kinder dazu, eine persönliche Grabbeigabe zu gestalten.

Trostbücher für Kinder können außerdem Unterstützung bieten. Stöbern Sie gern in unserer Bibliothek.

4. Nehmen Sie Hilfsangebote an
Sollten Sie feststellen, dass gravierende Verhaltens-änderungen über einen längeren Zeitraum be-stehen, empfiehlt es sich, professionelle Trauerhilfe für Kinder in Anspruch nehmen.

Ein Ratgeber für Beileidsbekundungen

Unsicherheit gegenüber Trauernden ist weit verbreitet, nur wenige Menschen wissen genau, was sie sagen möchten und wie sie ihre Gefühle in Worte fassen sollen. „Mein Beileid“ erscheint nicht ausreichend und abgenutzt. Ein Händedruck oder eine herzliche Umarmung erreichen den Hinterbliebenen bestimmt. Falls Sie keine Gelegenheit haben, zur Beisetzung zu kommen, können Sie einen Brief schreiben. Er sollte dem Empfänger das Gefühl vermitteln, mit dem Verlust nicht allein zu sein. Sie möchten Trost spenden und Verbundenheit zeigen? Beschreiben Sie, was der Verstorbene Ihnen bedeutet hat und dass auch Sie ihn vermissen. Suchen Sie nach einfachen, direkten Worten und verzichten Sie auf Floskeln. Sie können ein besonderes Erlebnis mit dem Verstorbenen schildern oder eine Eigenschaft, an die Sie sich gut erinnern.

Hier finden Sie Formulierungen, die Ihnen beim Verfassen Ihrer Kondolenz helfen können.

Persönliche Anrede

Liebe Sabine, lieber Tim, liebe Tante Maja,
Liebe Familie Kempermann,
Sehr geehrte Frau Stiehl,
Sehr geehrter Herr Doktor Schröder, usw.

Würdigung des Verstorbenen, 
persönliche Erinnerung

Auf meiner Reise habe ich von Helgas tragischem Unfall erfahren …
Die Umstrukturierung unseres Betriebes zwingt mich leider, vor Ort zu bleiben …
Als ich Eure Traueranzeige in der Zeitung entdeckte und auf das Datum sah, war es bereits zu spät …

Anfangsformulierungen

Wir können nicht fassen, dass Dein Bruder uns für immer verlassen hat ...
Zum Tode Ihres Mannes sprechen wir Ihnen unser tiefes Mitgefühl aus ...
Mit großem Bedauern haben wir heute vom Tod Ihrer Mutter erfahren ...
Ich bin tief betroffen und spreche Dir und Deiner Familie meine aufrichtige Anteilnahme zum Tod Deiner lieben Mutter aus ...
Es schmerzt mich sehr, einen guten Freund zu verlieren ...
Zu dem schweren Verlust durch den Tod Ihrer Frau spreche ich Ihnen mein herzliches Beileid aus ...
Mit Bestürzung habe ich vom tragischen Tod Deiner Tochter erfahren ...
Wir teilen mit Ihnen den Verlust, den Sie durch den Tod von ... erlitten haben ...

Würdigung des Verstorbenen, persönliche Erinnerung

Alle, die sie kannten, waren von ihrer ganz besonderen Ausstrahlung und Hilfsbereitschaft beeindruckt ...
Er war mein bester Freund, ich werde ihn nicht vergessen ...
Wir haben sie sehr liebgehabt. Ihre fröhliche und positive Art war für uns immer ein Vorbild ...
Mein Leben wird ohne seinen Humor ärmer und kälter sein ...
Wir werden sie in bester Erinnerung behalten und ihr Lebenswerk in ihrem Sinne fortführen ...
In all den Jahren unserer Zusammenarbeit haben wir sein inhaltliches Engagement, seine fachliche Kompetenz, aber auch seine große Herzlichkeit sehr geschätzt ...
Viele Menschen werden sich dankbar und liebevoll an sie erinnern ...

Die Erwähnung von besonderen Ereignissen oder gemeinsamen Erlebnissen mit dem Verstorbenen vertiefen diese Sätze und Formulierungen. Das kann ein zurückliegender Urlaub sein oder scheinbare Banalitäten wie der Besuch eines Konzertes oder ein Grillfest. Wenn die Hinterbliebenen Ihren Brief später noch einmal zur Hand nehmen, sind sie gerade für solche Zeilen empfänglich und dankbar.

Mitgefühl, Hilfe und Abschlussgrüße

Ich wünsche Ihnen all die Kraft, die Sie jetzt brauchen, um das Leben ohne ihn/sie zu meistern ...
Ich werde alles tun, um Dich dabei zu unterstützen ...
Wir fühlen und trauern mit Ihnen ...
Möge Ihr Glaube Ihnen und Ihren Angehörigen Trost und Hilfe sein ...
Ich bin jederzeit für Dich und die Kinder da ...
Für mich ist Martins Tod ein schwerer Verlust ...
Ich bin sehr traurig und in Gedanken bei Dir/Euch ...
Sei umarmt ...
Mit stillem Gruß ...
Wir trauern mit Ihnen ...
In tiefer Trauer und innigem Mitgefühl ...

Bücher, die Trost spenden

Das Angebot von Büchern, die sich mit den Themen Abschied, Endlichkeit und Trauerbewältigung beschäftigen, ist vielfältig. Ob Erfahrungsbericht, Ratgeber oder Belletristik: Bücher können Trost spenden, ganz gleich in welchem Alter die Verlusterfahrung stattfindet.

Nachfolgend finden Sie einige Buchtipps für die Trauerbewältigung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen:

Trostbücher für Erwachsene

Sophie Liebmann
Wenn das Leben endet, bleibt die Liebe
Ein Begleiter durch die Trauer mit Geschichten, die Mut machen, Sprüchen, die trösten, und Wegen, die Hoffnung schenken

Nora Lehmann
Dein Herz schlägt in meiner Erinnerung
Sanfte Worte für die Zeit des Abschieds – ein Trauerbuch mit Geschichten und Gedanken, die begleiten

Linnea Fjellström
Wenn ein Abschied nicht das Ende ist
Wie Liebe und Erinnerungen den Tod überdauern
Geschichten, die Trost spenden, das Herz berühren und Hoffnung schenken

Eva Terhorst
Trauern, wenn Mutter oder Vater stirbt
Ich bewahre alles in meinem Herzen

Emily Vandenberg
Tiefe Trauer bewältigen
Einfühlsame Werkzeuge, um den anhaltenden Schmerz und intensive Emotionen zu verarbeiten

Trostbücher für Jugendliche

Maila Ingvild
Wo auch immer du nun bist
Trauerbuch für Jugendliche: Trauer verarbeiten nach dem Tod von Mutter, Vater, Geschwistern oder Freunden – Trauertagebuch – Trauerbewältigung und Andenken an Verstorbene
(für Kinder/Jugendliche ab 12 Jahre)

Ayse Bosse & Andreas Klammt
Einfach so weg
Dein Buch zum Abschiednehmen, Loslassen und Festhalten
Trauertagebuch für Jugendliche ab 12 Jahre

Peter Grosche
Zwischen Himmel und Herz
Ein berührendes Buch über das Sterben und die Liebe, die bleibt
(für Kinder/Jugendliche ab 12 Jahre)

Svenja Krüger
Lass mich (in Ruhe) trauern
Ein Ratgeber für Jugendliche in Trauer inkl. Trauertagebuch/Trauerjournal
(für Kinder/Jugendliche ab 12 Jahre)

Mario Neujahr
Meine Mama – für immer ein Teil von mir
Trauer- und Erinnerungsbuch

Trostbücher für Kinder

Miriam Spiegler
Lilly und der Sternenbaum
Als Oma ein Stern wurde
Trauerhilfe für Kinder im Alter von 2-5 Jahren mit Erinnerungsritualen

Evelyn Geiger & Caroline Lanzinger
Der Regenbogen des Lebens
Ein stärkendes Kinderbuch über Tod und Trauer
15 anschauliche Kurzgeschichten und Mitmach-Elemente für Kinder ab 4 Jahren

Katie Daynes
Warum muss man sterben?
Reihe: Erstes Aufklappen und Verstehen
(ab 4 Jahre)

Christine Woßberg
Warum Oma nicht mehr da ist
Ein einfühlsames Kinderbuch über Tod, Trauer und Abschied
(ab 4 Jahre)

Frank Hartmann & Catharina Westphal
Wie tief ist ein Grab?
Alles über Sterben, Tod und Abschiednehmen
Reihe: Die großen Fragen des Lebens
(ab 8 Jahre)

Was ist der Unterschied zwischen einer Todesbescheinigung und einer Sterbeurkunde?

Die Todesbescheinigung bzw. der Totenschein wird vom Arzt ausgestellt. Sobald diese vorliegt, kann die Überführung geplant und veranlasst werden. Die Sterbeurkunde ist eine Personenstandsurkunde, die vom zuständigen Standesamt ausgestellt wird. Sie wird benötigt, um z. B. Behördenangelegenheiten sowie den Nachlass zu regeln.

Wer muss sich um die Grabpflege kümmern?

Grundsätzlich ist derjenige für die Grabpflege verantwortlich, der das Nutzungsrecht an der Grabstätte hat. In der Regel sind hiervon die Erben betroffen. Wenn die Instandhaltung nicht gewährleistet werden kann, ist die Beauftragung einer Dauergrabpflege empfehlenswert.

Was passiert mit den Särgen und Urnen aus abgelaufenen Gräbern?

Sollten nach Ablauf der Ruhezeit noch sterbliche Überreste existieren, werden diese in der Regel in eine Gemeinschaftsgrabstätte innerhalb des Friedhofs verbracht.

Wie sieht es mit den Bestattungsfristen aus?

In NRW muss der Verstorbene nach spätestens 36 Stunden in eine Leichenhalle überführt werden. Die Erdbestattung muss innerhalb von 10 Tagen nach Eintritt des Todes veranlasst werden. Diese Frist gilt ebenso für die Einäscherung. Die Beisetzung der Asche in der Urne sollte innerhalb von 6 Wochen ab Sterbedatum erfolgen. In der Regel findet bei uns eine Urnenbestattung im Zeitraum von 3-4 Wochen nach Feststellung des Todes statt.

Warum müssen wir uns auch für einen Sarg innerhalb einer Feuerbestattung entscheiden?

Die Einäscherung des Verstorbenen ist aus hygienischen, rechtlichen und technischen Gründen nur mit einem Sarg möglich.

Welche Sarg- und Grabbeigaben sind möglich?

Grabbeigaben sind persönliche oder symbolische Gegenstände, die mit in den Sarg oder ins Grab gelegt werden können. Geeignet sind z. B. Blumen, Briefe, Fotos, selbstgemalte Bilder, Stofftiere, Bücher, Steine oder Schmuckstücke. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Beigaben biologisch abbaubar sind. Bei Urnenbestattungen müssen die Gegenstände auch im Krematorium verbrennbar sein.

Wer ist bestattungspflichtig?

Die nächsten Angehörigen sind dazu verpflichtet, die Bestattung zu veranlassen. Hierzu gehören die Formalitäten sowie die Durchführung der Beisetzung und Trauerfeier.

Wo bekommt man einen Erbschein?

Die Beantragung des Erbscheins erfolgt durch die Erben beim zuständigen Nachlassgericht. Alternativ kann mit der Beantragung ein Notar beauftragt werden.

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